Die Redaktion

„Die Methode AfD“ – Live-Diskussion am Donnerstag, 10. Juni 2021

Das BÜNDNIS PFORZEIM NAZIFREI – SOLIDARISCH GEGEN HASS UND GEWALT“ lädt ein:

Wie verändert die AfD Deutschland? Was ist ihr Plan und wie können Politik und Gesellschaft darauf reagieren? Mit diesen Fragen haben sich Katja Bauer und Maria Fiedler in zahlreichen Gesprächen und jahrelanger journalistischer Arbeit intensiv beschäftigt. Sie sind die Autorinnen des kürzlich im Klett-Cotta Verlag erschienenen Sachbuchs „Die Methode AfD: Der Kampf der Rechten: Im Parlament, auf der Straße – und gegen sich selbst“.

Wir wollen in einer Online-Diskussion am 10. Juni 2021 ab 20 Uhr all diesen Fragen nachgehen und dabei auch auf Abwehrstrategien von Demokratie und Zivilgesellschaft vor Ort blicken. Das Thema könnte mit Blick auf das Superwahljahr, das Abschneiden der AfD und die Corona-Pandemie kaum aktueller sein. Wir diskutieren mit den Autorinnen Katja Bauer und Maria Fiedler, Christiane Quincke (Dekanin Evangelische Kirche Pforzheim und Sprecherin des Rats der Religionen), Katja Mast (SPD-Bundestagsabgeordnete und stellv. Fraktionsvorsitzende) sowie Rami Suliman (Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Pforzheim, Vorsitzender Israeltische Religionsgemeinschaft Baden).

Durch den Abend führen Stefanie Wally gemeinsam mit Gerhard Baral. Interessierte können die Veranstaltung am 10. Juni ab 20 Uhr live auf YouTube verfolgen und sich via Chat in die Diskussion einbringen.

Link zum Livestream: https://youtu.be/Q3xhdTqXYwQ

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Teilnahme ist kostenfrei. „Wir freuen uns auf die digitale Diskussion in Pforzheim zu unserem Buch. Unser Anliegen ist es, die Strategien und Taktiken der AfD zu analysieren – und zu zeigen, wie die Demokratie im Umgang mit der Partei dazugelernt hat“, so Katja Bauer und Maria Fiedler.

Aufruf zur Kundgebung gegen die NPD-Kundgebung

Wir protestieren auf Schärfste gegen die für den 27.2. am Pforzheimer Wallberg geplante Kundgebung der NPD. Wir unterstützen die Kundgebung gegen die NPD Kundgebung am Samstag, 27. Februar 15:00 Uhr. Der Treffpunkt ist Auf der Wanne, Zugang über die kurze Steige, Kuppenheimstraße. Die Teilnehmer*innen werden geben mit öffentlichen Verkehrsmittel anzureisen über die Linien 6 – 722 oder 6 (bis Krankenhaus Siloah, Zum Geigersgrund, Krankenhaus Siloah/Kurze Steig, Tannhoferweg)

Wir unterstützen den Aufruf zur Gegenkundgebung der Initiative gegen Rechts. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen #zusammenhalten – gegen die alten und neuen Nazis für ein friedliches Miteinander.

Auf dem Wallberg befinden sich Trümmer der am 23.2.1945 bombardierten Stadt. Er ist Mahnmal für das grausame Ende eines verheerenden Kriegs, in den nationalsozialistische, menschenverachtende Ideologie geführt hat. Der Wallberg steht aber auch für die Versöhnung zwischen ehemaligen Feinden.Am vergangenen Dienstag (23.2.) hat die Bevölkerung der Stadt Pforzheim der Opfer der Bombardierung, des Nationalsozialismus und des 2.Weltkriegs gedacht.

Indem nun ausgerechnet eine Partei, die in der Tradition des Nationalsozialismus steht, auf dem Wallberg demonstrieren will, verhöhnt sie die Opfer. Ihr revisionistisches Geschichtsverständnis sät Hass und verhindert jegliche Versöhnung, ihr nationalistischer Antisemitismus und Rassismus ist menschenverachtend und gefährdet unsere Gesellschaft.Es ist für uns inakzeptabel, dass Nazis das Grundgesetz, das sie verachten, schamlos missbrauchen und die Opfer der Bombardierung instrumentalisieren.

Wir, die Religions- und Glaubensgemeinschaften unserer Stadt und das Bündnis Pforzheim Nazifrei, stehen für Vielfalt und Verständigung, für eine Gesellschaft, in der jede*r, unabhängig von Aussehen, Glauben und sexueller Orientierung, angstfrei und selbstbestimmt leben kann.

Bündnis fordert würdigen Umgang mit den Opfern des 23. Februar

Das Bündnis Pforzheim nazifrei, der Zusammenschluss von über 1.000 Bürger*innen aus allen gesellschaftlichen Gruppen, begrüßt, dass die Stadt Pforzheim zusammen mit dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt im Rahmen einer allgemeinen Verfügung die Kundgebung des vom Verfassungsschutz überwachten sog. „Ein Herz für Deutschland“ untersagt hat.

Dieser jährliche Aufmarsch der Neonazis führt dazu, dass in Pforzheim die Bürgerschaft jedes Mal in Unruhe versetzt wird. Durch den Aufmarsch der Neonazis kommt es zwangsläufig zu Gegendemonstrationen. Durch die sog. „Fackelmahnwache“ der Neonazis und deren Leugnung der Verantwortung für die über 17.000 Todesopfer in Pforzheim durch den Terror, den die Nazis über Deutschland und die Welt gebracht haben, wird Geschichte und Verantwortung aus dieser Geschichte geleugnet.

Wir begrüßen, dass erstmals in diesem Jahr eine unmissverständliche Aussage gegen diesen Aufmarsch der ewig Gestrigen verfügt wird. Durch dieses Verbot wird erreicht, dass in der Pandemie weder die Teilnehmenden an der Gegenkundgebung noch die Polizei gefährdet wird.

Wir hoffen sehr, dass dieses Signal gegen den Aufmarsch von Rechts auch in den kommenden Jahren hält. Unsere Gesellschaft muss zusammenhalten in Zeiten, in denen immer mehr durch Sektierer und Leugner unsere geschichtliche Verantwortung gefährdet wird. Alle demokratischen Kräfte sind aufgefordert unser Land gegen die Feinde der Demokratie zu schützen. Zusammenhalten und Zusammenstehen sind die Gebote der Stunde.

Er fehlt! – Zum Tode von Ralf Fuhrmann

Ralf Fuhrmann musste man nie ankündigen – sein Lachen ging ihm buchstäblich immer voraus. Und so sehr freundlich und lebensbejahend der 57-Jährige Arzt war, so fokussiert konnte er auch für die Rechte Anderer kämpfen und sich in vielen Organisationen, Bündnissen, in der SPD und im Gemeinderat Pforzheim engagieren und einsetzen.

Um so größer das Entsetzen und die Betroffenheit über den plötzlichen Tod. Ein feiner Mensch, der in seinem Beruf als Arzt vielen Menschen tatkräftig bei ihren Leiden geholfen hat, wird viel zu früh aus seinem Leben gerissen.

“Er war immer da und selbstlos tätig”, so eine der vielen Stimmen am heutigen Tag, die den frühen Tod Fuhrmanns bedauern und das trifft es schon recht genau. Sein scharfer Verstand war von vielen Menschen gefragt, dabei suchte er jedoch immer den Ausgleich, wie Altstadtrat Jürgen Schroth betont und nachschickt: “Er war immer ein guter Kerle.”

Ein besonderes Anliegen für Ralf Fuhrmann war das engagierte Auftreten gegen Rechts. Hier positionierte Fuhrmann sich eindeutig, konnte aber auch mit feinem Witz punkten. So stellte er sich erst kürzlich bei einer Demonstration lächelnd einfach vor ein extremistisches Plakat und verdeckte es kurzerhand. “Siehst ja”, so Fuhrmann auf Nachfrage, “ich habe ein breites Kreuz!”

Die Stadtgesellschaft verliert mit Ralf Fuhrmann eine der prägenden Personen ihrer Zeit. Ralf Fuhrmann verstarb am 19. November 2020 an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Er hinterlässt seinen Ehemann.

Wir sind sehr traurig.

Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hetze und Gewalt
Forum Asyl Pforzheim
Initiative gegen Rechts
Seebrücke Schafft sichere Häfen! – Lokalgruppe Pforzheim

Erneut planen Extremisten Kundgebung in Pforzheim

Erneut wurde in Pforzheim eine Kundgebung einer rechtsextremistischen Gruppierung genehmigt. Die selbsternannte Bürgerbewegung „Pax Europa“ und der mehrfach vorbestrafte Extremist Michael Stürzenberger werden am Leopoldplatz eine Kundgebung durchführen.

Es ist wichtig, hier ein deutliches Zeichen der Bürgerschaft aus Pforzheim gegen die Verunglimpfung unser Stadt zu richten. Beteiligen Sie sich bitte an der Gegenkundgebung am kommenden Samstag, 17. Oktober, von 11:00 bis 20:00 Uhr, in der Bahnhofstraße (Haltestelle):

Entscheidungen der Jury zum Preisträger 2020

Die Mitglieder der achtköpfige Jury des „Internationalen Pforzheimer Friedenspreises“ erläutern in ihren Stellungnahmen die Beweggründe zur Schaffung und zur Verleihung des Preises. Der Preis inkl. Sach- und Geldpreis wird aus Unterstützungsbeiträgen von Einzelpersonen, Institutionen und Unternehmen finanziert.

Spielen Sie einfach das erste Video ab, alle weiteren Videos werden dann hintereinander abgespielt:

Das Bündnis Pforzheim nazifrei hat die Schaffung und die Verleihung des Preises angeregt. Das Bündnis sagt zu diesem Preis: Pforzheim ist eine Stadt, die durch den 23. Februar 1945 erlebt hat und erleben musste, was Krieg und Gewalt für die Bevölkerung bedeutet. Daraus entsteht eine Verpflichtung, sich für eine Dialog zwischen Menschen, Völkern und Religionen einzusetzen. Pforzheim steht in der humanistischen Tradition eines Johannes Reuchlin und hat daraus auch die Verpflichtung den Dialog und die Versöhnung zwischen unterschiedlichen Denkrichtungen zu fördern.

Aus diesem Grund wird der Pforzheimer Friedenspreis durch die Pforzheimer Bürgerschaft im 75. Jahre der Zerstörung Pforzheim im Jahre 2020 geschaffen.

Der Internationalen Pforzheimer Friedenspreis

Mit diesem Preis werden Persönlichkeiten oder Organisationen ausgezeichnet, die sich dafür eingesetzt haben, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen oder nach gewalttätigen Auseinandersetzungen einen Beitrag zur Aussöhnung unter den beteiligten Parteien geleistet zu haben.
Ausgezeichnet werden können auch wissenschaftliche Arbeiten zur Förderung des friedlichen Zusammenlebens. Es können vorbildliche Projekte, in unterschiedlichen Formen sein; preiswürdig sind auch Einzelbeiträge zur Förderung des friedlichen Miteinanders von Menschen. Die Stadt Pforzheim und die Bürgerschaft verleiht alle 2 bis 5 Jahre den „Internationaler Pforzheimer Friedenspreis“.

Als eine Vorbild für Jugendliche und die ganze Musikszene wird Ben Salomo angesehen.

Musikliste zum 23. Februar

Zur aktuellen Diskussion in der Pforzheimer Zeitung über die Musik, die am Wartberg am Gedenktag zum 23. Februar abgespielt wurde, möchten wir an dieser Stelle zur Versachlichung die vollständige Musik- und Beitragsliste veröffentlichen, die in dieser Reihenfolge in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt erstellt wurde:

  1. Wortbeitrag Udo Lindenberg
  2. Wortbeitrag Christina Lux
  3. Wortbeitrag Konstantin Wecker
  4. Die Toten Hosen – Im Gegenwind der Zeit
  5. Herbert Grönemeyer – Die Härte
  6. Bela B. – Kauf nicht bei Nazis
  7. Die Ärzte – Schrei nach Liebe
  8. Sportfreunde Stiller – Antinazibund
  9. Mooses – Statement gegen Rechts 2016
  10. Carolin Kebekus – Wie blöd du bist
  11. Nosliw – Nazis Raus
  12. Blumio – Hey Mr. Nazi
  13. Udo Lindenberg – Sie brauchen keinen Führer
  14. Sookee feat. Spezial-K – Zusammenhänge
  15. Die Toten Hosen – Sascha ein aufrechter Deutscher
  16. Ede Whiteman – Hey Naziman
  17. Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstantin Wecker – Es ist an der Zeit
  18. Herbert Grönemeyer – Und immer Tumult
  19. Antilopen Gang – Beate Zschäpe hört U2
  20. Die Prinzen – Deutschland
  21. Ezé Wendtoin – Sage Nein (Wecker Cover)

Stadt Pforzheim untersagt Fackelmahnwache

Mit Erleichterung nimmt das Bündnis Pforzheim nazifrei! zur Kenntnis, dass die Stadt Pforzheim am heutigen Freitagnachmittag die rechte Fackelmahnwache auf dem Wartberg zum Gedenktag am 23. Februar kurzfristig verboten hat. Die von der Stadtverwaltung dargelegten Gründe, die sich unter anderem auf die seit gestern in Deutschland verschärfte Sicherheitslage beziehen, teilt das Bündnis.

Gleichzeitig äußert das Bündnis seine Hoffnung, dass diese Einschätzung dauerhaft erhalten bleibt. Das gesellschaftliche Klima wurde und wird durch diese Fackelmahnwache nachhaltig vergiftet.

Medienberichte:

Bündnis Pforzheim nazifrei! unterstützt Forderung der Initiative gegen Rechts zum Verbot der rechten Mahnwache am 23. Februar

Das “Bündnis Pforzheim nazifrei!” zeigt sich erschüttert angesichts des Terroranschlages von Hanau mit elf ermordeten Menschen. Rassismus kann und darf keinen Platz in einer offenen Gesellschaft haben und inzwischen fast 1.000 Bürgerinnen und Bürger unterstützen einen entsprechenden Aufruf des Bündnisses mit ihren Unterschriften.

Das Bündnis unterstützt daher ausdrücklich den Aufruf der Pforzheimer “Initiative gegen Rechts” mit ihrer Aufforderung gegenüber Oberbürgermeister Peter Boch und den Verantwortlichen der Stadt Pforzheim, die rechte Fackelmahnwache auf dem Wartberg am kommenden Sonntag kurzfristig zu untersagen. Es ist aus Sicht des Bündnisses ein fatales Zeichen, in der derzeitigen Situation einen derartigen Aufmarsch zuzulassen. Neben des Gedenkens an den 23. Februar 1945 sieht das Bündnis auch die Verpflichtung für ein deutliches Zeichen an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund, Rassenhass nicht hinzunehmen. Ein Zusammenstehen der gesamten Stadtgesellschaft ist nach vielen Jahren der Ohnmacht dringend geboten und ein unmissverständliches Signal dahingehend, rechten Gruppierungen in Pforzheim keinen Platz einzuräumen.

Zudem fordert das Bündnis auf, an den vielfältigen Veranstaltungen rund um den Gedenktag des 23. Februars teilzunehmen, insbesondere an der abendlichen Kundgebung auf dem Marktplatz, die von vielen Organisationen und Initiativen unterstützt wird.

Unsere Anzeige mit 819 Unterzeichnern

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Bündnisses,

wir freuen uns sehr, dass wir nunmehr weit über 800 Einträge unter „Unser Aufruf“ des Bündnis haben und damit ein deutliches und wachsendes Zeichen in die Stadtgesellschaft senden können, dass wir in unserer Stadt und darüber hinaus solidarische gegen Hetze und Gewalt eintreten.

Bitte weisen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weiter darauf hin, dass mit der Unterzeichnung des Aufrufes „Gesicht gezeigt wird“ gegen Hetze und Gewalt:

https://www.buendnis-pforzheim-nazifrei.de/unser-aufruf/

Unser bürgerschaftliches Engagement wird unter anderem durch eine Anzeige in der „Pforzheimer Zeitung“ sichtbar, die am Samstag erschienen ist und mit dem Stand vom 9. Februar insgesamt 819 Unterzeichner namentlich aufführt.

Wir danken der Pforzheimer Zeitung und insbesondere allen unseren bisherigen und auch zukünftigen Unterzeichnern! Dies ist ein wichtiges Zeichen zum 75. Gedenktag der Zerstörung Pforzheims, am 23. Februar 1945, und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Wir danken für die Gestaltung zudem Jochen Baumann und für die Datenaufbereitung Besim Karadeniz.

Herzliche Grüße
Gerhard Baral für das Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarische gegen Hetze und Gewalt