Die Redaktion

Mahnwache zum Ukrainekonflikt am Freitag

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie auf eine kurzfristig organisierte Mahnwache für Frieden in der Ukraine hinweisen, die unter das Bündnis Pforzheim Nazifrei! mit weiteren Organisationen, mit Kirchen und Gewerkschaften auf die Beine gestellt hat. Hierzu sind mehrere Redner eingeladen.

Die Mahnwache findet mit einer Kundgebung auf dem Leopoldplatz oberhalb der Uhr statt und beginnt am Freitag, 25. Februar 2022 um 17:30 Uhr.

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns gemeinsam ein wichtiges Zeichen zu setzen.

77. Jahrestag der Zerstörung von Pforzheim

77 Jahre nach der Zerstörung Pforzheims am 23. Februar 1945 – mit rund 18.000 Todesopfern – steht Europa wieder am Rande eines Krieges. Russische Truppen überschreiten die Grenze eines europäischen Landes und noch kein Mensch kann absehen, was sich daraus für ganz Europa ergibt.

Pforzheim war eine der letzten Städte, welche durch ein großes Flächenbombardement nahezu ausgelöscht wurde. Döblin schrieb einige Jahre nach diesem Datum: „Diese Stadt kannst Du vom Atlas streichen.“ Durch den Krieg, der von Nazi-Deutschland über Europa ging, kam Leid, Verfolgung und Zerstörung. Über 60 Millionen Menschen wurden getötet und ermordet. Darunter alleine 27 Millionen Menschen in Russland.

Die Welt, Europa, Deutschland und wir in unserer Stadt, sollten eigentlich die Lektion gelernt haben: „Nie wieder Krieg“. Von einer Stadt wie Pforzheim muss ein Friedenssignal ausgehen und dies gerade in einem Jahr, in dem der 500. Todestag des bekanntesten Sohnes der Stadt , des Humanisten, Johannes Reuchlin, begangen wird.

Aus diesem Grund hat das Bündnis beantragt, alle Demonstrationen an diesem Tag zu untersagen. Da es dazu nicht gekommen ist, obwohl 2021 dies möglich war – bei wesentlich niedrigeren Covid- Zahlenn – hätte es in diesem Jahr erst recht versucht werden müssen.

Die Gruppierungen, welche Gegendemonstrationen gegen den Aufmarsch auf dem Wartberg durchführen, hätten bei einem Verbot auf ihre Kundgebungen verzichtet. Da es dazu nicht gekommen ist, haben die Kollegen der Initiative gegen Rechts (IgR), am 23. Februar, ab 17:00 Uhr, auf dem Platz der ehemaligen Synagoge, zu einen Gegenkundgebung eingeladen. Wir laden hierzu als Bündnispartner der Initiative gegen Rechts ebenfalls herzlich ein.

Ebenso haben wir beantragt, an diesem Gedenktag und darüber hinaus, den Wallberg als Gedenkort auszuweisen und bereits am Fuße des Berges auf dessen Geschichte hinzuweisen, damit jedem und jeder bewusst wird, welchen Ort er oder sie betritt. Wir hoffen, dass diese Anregung umgesetzt wird. Ebenso bleiben das Bündnis dabei, dass im Jahr 2023 der „2. Pforzheimer Friedenspreis“ auf unsere Initiative hin wieder vergeben wird.

Aufruf zur Menschenkette für Demokratie des Bündnisses #zusammenhalten

Das Pforzheimer Bündnis #zusammenhalten ruft für Montag, 31.01.2022 zu einer Menschenkette unter dem Motto „#zusammenhalten – miteinander, demokratisch und respektvoll“ auf.

Mit Sorge beobachten viele Menschen in Pforzheim und der Region die Entwicklung bei den wöchentlichen Demonstrationen von Impfgegnern, Coronaleugnern und Rechtsradikalen in Pforzheim. Die Demonstrationen haben derzeit großen Zulauf und entwickeln sich in eine Richtung, die den demokratischen Diskurs gefährden.

Mit der Menschenkette möchte das Bündnis #zusammenhalten allen Menschen in Pforzheim die Möglichkeit geben, sich für die Demokratie und einen respektvollen Umgang miteinander einzusetzen und sich solidarisch mit den Menschen zu zeigen, die unter der Pandemie aus wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen leiden oder sogar Angehörige verloren haben. Außerdem zeigen wir uns solidarisch mit Personen wie Feuerwehrleuten, Polizistinnen und Polizisten sowie Menschen im Gesundheitswesen und allen, die während der Pandemie besonders gefordert sind.

Wir möchten mit der Menschenkette durch Pforzheim ein positives Zeichen in diesen schwierigen Zeiten setzen, aber auch klar unsere Kritik an den wöchentlichen Aufzügen äußern. Wir möchten in Pforzheim keine Demonstrationen, auf denen Verschwörungserzählungen verbreitet werden, Menschen sich gegen das Tragen von Masken weigern und gemeinsam mit Rechtsradikalen demonstriert wird. Wir wollen keine Aufzüge, die mit ihren Trommeln eher Aufmärschen gleichen. Sie erinnern uns an dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

Von der Stadtverwaltung und Polizei in Pforzheim verlangen wir ein entschlossenes Auftreten und das Durchsetzen der bestehenden Auflagen wie der Maskenpflicht.

Besonders besorgt sind wir über Hinweise, dass aktuell bundesweit in rechten Telekommunikationsforen zu den Veranstaltungen in Pforzheim mobilisiert wird und in diesem Zusammenhang auch Menschen von außerhalb nach Pforzheim angereist sind. Wir wollen die unterschiedlichen Teilnehmer der Demonstrationen nicht über einen Kamm scheren, aber eine solche Entwicklung werden wir in unserer Stadt nicht hinnehmen.

Deshalb ruft das Bündnis #zusammenhalten für kommenden Montag, 31.01.2021 um 18 Uhr zeitgleich zur Demonstration der Impfgegner und Coronaleugner zur Bildung einer Menschenkette vor dem Pforzheimer Stadttheater und Congresscentrum auf. Zum Auftakt wird Dr. Michael Blume (Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung) auf der Bühne auf dem Platz vor dem Stadttheater zur Einschätzung der aktuellen Situation sprechen.

Bei der Menschenkette wird regelkonform auf die Einhaltung der Mindestabstände sowie das Tragen von Masken geachtet werden. Bitte bringen sie daher einen Schal oder ein Tuch mit, womit die Einhaltung der Abstände bei der Menschenkette gewährleistet werden kann. Wir bitten außerdem darum, von der Verwendung von Organisations- und Parteifahnen abzusehen.

Beginn der Menschenkette ist 31.01.2022,18 Uhr, Platz vor dem Stadttheater Pforzheim.

Das Bündnis ruft weiterhin zur Unterzeichnung der Erklärung #zusammenhalten auf:
https://www.openpetition.de/petition/online/erklaerung-zusammenhalten-in-unserer-gesellschaft

Unterschriftenaktion zur Initiative „#zusammenhalten“

Aus der Zivilgesellschaft unserer Region gibt es eine Initiative zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

https://www.openpetition.de/petition/online/erklaerung-zusammenhalten-in-unserer-gesellschaft

Wir möchten Sie auf diese Initiative aufmerksam machen und darum Bitten diese Erklärung mit zu unterzeichnen und an Ihren Freundes- und Bekanntenkreis weiterzugeben:

Erklärung #zusammenhalten – in unserer Gesellschaft

Schon vor über einem Jahr haben wir in Pforzheim ein Zeichen gesetzt unter dem Titel „#zusammenhalten“. Damals haben wir geschrieben:

„Wir befinden uns in einer der größten Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik durch die weltweite Pandemie des Covid-19. Sorgen machen sich in der Bevölkerung breit, nicht nur im Blick auf die wirtschaftlichen und kulturellen Verwerfungen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Menschen zusammenstehen und alles unternehmen, die Pandemie einzudämmen sowie die Demokratie zu schützen und ein Miteinander im Land aufrecht zu erhalten. Solidarität ist gefordert, mehr denn je unter uns Allen. Wir wollen trotz allem, was derzeit in der Gesellschaft und im eigenen Leben quer läuft, weiterhin zusammenhalten.“

Dies gilt mehr denn je. Eine Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, um gemeinsame Lösungen zu finden. Unterschiedliche Meinungen spalten nicht die Gesellschaft, sondern sind ein hohes Gut, um eine Gemeinschaft weiterzubringen. Grundlage dafür ist der Respekt vor dem anderen. Nur so ist der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft möglich.

Entscheidungen in einer Demokratie erfordern das Akzeptieren von Mehrheitsentscheidungen. Minderheiten werden angehört und diese haben die Möglichkeit, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, z.B. durch angemeldete Demonstrationen. Wer der Meinung ist, dass hier Rechte nicht beachtet wurden, kann dies von unabhängigen Gerichten prüfen lassen. Mehrheitsentscheidungen sind in unserer demokratischen Gesellschaft zu akzeptieren. Jeder ist eingeladen, an den demokratischen Veränderungsprozessen weiter mitzuwirken.

Deshalb setzen wir uns für dieses Miteinander ein – in unserer Stadt und in unserem Land.

• Bedrohungen und Beschimpfungen sind in Prozessen der Meinungsbildung und in demokratischen Entscheidungsfindungen fehl am Platze.

• Bürgerinnen und Bürger sollen weiterhin ungehindert kulturelle Einrichtungen usw. besuchen können, ohne angegriffen zu werden.

• Personen wie Feuerwehrleute, Polizistinnen und Polizisten sowie Menschen im Gesundheitswesen sind darauf angewiesen, ungehindert zum Wohle und zur Sicherheit anderer Menschen ihre Arbeit ausführen zu können. Wir müssen insbesondere in Krisenzeiten auf den Umgang miteinander und auf unsere Demokratie acht geben. Wir dürfen nicht zulassen, dass radikale Kräfte beides zerstören.

• Wir werden #zusammenhalten in einer Zeit, die für viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen schwierig ist.

• Wir werden #zusammenhalten und die Demokratie, die in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mühevoll geschaffen wurde, zu schützen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wir laden alle Menschen ein, an diesem Prozess aktiv mitzuwirken.

Pforzheimer Bündnis regt Demonstrationsverbot am 23. Februar und besseren Schutz der Wallberg-Gedenkstätte an

Unterzeichnen Sie unseren Vorschlag mit!

Sie können unseren Vorschlag an die Stadt mit unterzeichnen und ihr damit mit Ihrer Unterschrift zusätzliche Relevanz mitgeben. Wir freuen uns über Ihre Mitzeichnung.

Bitte klicken Sie auf unseren Aufruf und die Mitzeichnung für ein Demonstrationsverbot am 23. Februar. Sie können dort auch alle bisherigen Mitzeichner unseres Aufrufes nachlesen.

Unsere Anregung

Das „Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hetze und Gewalt“ regt in einer breiten gesellschaftlichen Initiative an, dass der Gemeinderat und die Stadtverwaltung am Pforzheimer Gedenktag, den 23. Februar, zukünftig alle Demonstrationen untersagen sollen. Außerdem wird angeregt, den Pforzheimer Wallberg zu einer Gedenkstätte zu erklären. Zu lange haben Pforzheimerinnen und Pforzheimer die Aufmärsche der Rechtsradikalen auf dem Wartberg ertragen und mussten im Februar 2021 dabei zusehen, wie ein zentraler Gedenkort, der Wallberg, einer faschistischen Vereinigung zur Verfügung gestellt wurde.

Durch die Versammlungen des rechtsradikalen Vereins „Freundeskreis – Ein Herz für Deutschland e.V. “ wird der 23. Februar in seiner Form als Tag des Gedenkens und der Mahnung jedes Jahr aufs Neue geschändet und durch geschichtliche Umdeutung instrumentalisiert.

Nachdem der Aufzug der Rechtsradikalen am 23. Februar 2021 aufgrund der Coronapandemie abgesagt wurde, hatte die rechtsradikale Partei NPD am darauffolgenden Wochenende eine Veranstaltung auf dem Wallberg in Pforzheim abgehalten. Die Veranstaltung fand an einer Stelle auf dem Wallberg statt, an der nachweislich und von Zeitzeugen bestätigt Trümmer und damit auch Teile der beim Bombenangriff gestorbenen Menschen abgelegt wurden. Der Umstand, dass die Stadtverwaltung eine solche Versammlung an diesem Ort zugelassen hat, führte zu großer Empörung in der Stadtgesellschaft und darf nicht folgenlos bleiben.

Oberbürgermeister Peter Boch war von dem Aufmarsch auf dem Wallberg „mehr als schockiert“. Er sah sich gegenüber der verfassungsfeindlichen NPD zur politischen Neutralität gezwungen und hatte daher keine Möglichkeit die Versammlung zu verbieten.

Zusätzlich zu dem Aufmarsch der NPD auf dem Wallberg wird der Berg in den letzten Jahren immer mehr für Aktivitäten aller Art genutzt: Z.B. von musikalischen oder sportlichen Veranstaltungen sowie Fotoshootings. Vielen Nutzenden ist oftmals nicht klar, dass sie sich an einem Gedenkort befinden und dass der gesamte Berg und der Fuß der Berges mit Schutt der zerstörten Stadt und den sterblichen Überresten von Opfern des 23. Februar aufgeschüttet wurde.

Aus diesem Grund sollen folgende Maßnahmen durch den Gemeinderat beschlossen und durch die Stadtverwaltung umgesetzt werden:

  1. Verbot aller Demonstrationen am gesamten 23. Februar. Damit entfallen auch die Gegendemonstrationen. Davon zu unterscheiden sind Veranstaltungen, die im Rahmen des Programms zum 23. Februar durch den AK 23.2. stattfinden, wie z.B. die Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz am Abend.
  1. Der 23. Februar wird als offizieller Gedenktag und Tag der Mahnung gegen Gewalt und Terror ausgerufen. Basis hierfür ist die neue Gemeinderatsresolution 2022 zu diesem Tag.

Das Bündnis regt weiter an:

  1. Der Wallberg wird offiziell als Mahnmal und Gedenkort ausgewiesen, um damit politische Aufzüge und andere unpassende Veranstaltungen an diesem Ort untersagen zu können.

Das Bündnis regt an, die Zufahrten/Zugänge am Fuß des Berges mit klar ersichtlichen Bezeichnungen (z.B. Torbogen oder Stelen) zu versehen, um die Bedeutung dieses Ortes deutlich zu machen. Selbstverständlich kann und soll dieser Ort als Aussichtsort über die Stadt und Region genutzt werden können. Jedoch sollte jede Nutzung der Würde dieses Ortes gerecht werden.

Hinweise auf zwei interessante Projekte

Wir möchten Sie hier auf zwei interessanten Projekte aufmerksam machen

  1. Unter dem Motto „# OFFEN GEHT“ findet in diesem Jahr die Interkulturelle Woche statt. Viele Pforzheimer Einrichtungen und Institutionen bringen sich auch dieses Jahr ein, so dass für den Zeitraum vom 18.09 – 04.10 ein buntes, vielfältiges und interessantes Veranstaltungsprogramm entstanden ist. Die Veranstalter freuen sich besonders darüber, dass es dieses Jahr zum ersten Mal eine offizielle und feierliche Eröffnung der Veranstaltungsreihe geben wird. Diese findet am 18. September um 15.00 Uhr auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof statt, denn zeitgleich wird dort das interkulturelle Grabfeld eingeweiht. Neben dem Grußwort des Oberbürgermeisters, wird die Genossenschaft Badischer Friedhofgärtner die Idee hinter dem interkulturellen Grabfeld vorstellen. Ebenso wird der Internationale Beirat über die Prozessbegleitung berichten. Für musikalische Umrahmung, Getränke sowie interkulturelle Päckchen ist gesorgt. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen.

    Das gesamte Programm der Interkulturellen Woche ist unter dem Link www.evkirche-pf.de/interkulturelle-woche/ einzusehen.
  1. SWR zum Dokumentarfilm “Die rote Kapelle“, die das Kommunales Kino Pforzheim, ist zu sehen am Samstag, 23.10, um 16.30 h, der Regisseur ist anwesend. Eine zweite Möglichkeit des Sehens besteht am Dienstag, 26.10., um 18.15 h.

Die Geschichte des Widerstands gegen den Faschismus wird neu bewertet und spannend dargestellt,

Die „Rote Kapelle“ war eine der wichtigsten Widerstandsgruppen gegen die Nazis — durch die politischen Intrigen und Vereinnahmungen der Nachkriegszeit ist sie jedoch vor allem in der BRD kaum bekannt. Carl-Ludwig Rettinger schafft mit seinem Film hier Abhilfe, mit einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilmausschnitten. Er porträtiert Hauptakteur*innen und Mitstreiter*innen dieser fast 300 Personen umfassenden Widerstandsorganisation. Kinostart ist am 26. August 2021.

Private Leidenschaften und politisches Engagement

Ein bunt zusammengewürfelter, heterogener Haufen aus Hedonist*innen und Moralist*innen, aus deutschen Linken und Rechten, aus Bürger*innen und Arbeiter*innen verbarg sich hinter der — von den Nazis so bezeichneten — „Roten Kapelle“. Besonders bemerkenswert ist die hohe Anzahl an Frauen, die in diesem Netzwerk aktiv waren. Man habe private Leidenschaften nie von politischem Engagement trennen können oder wollen, resümiert Lital Levin, die Großnichte von Leopold Trepper, dem Kopf der Pariser Gruppe, in der Kino-Doku. 

Im Gegensatz zu den Verschwörern vom 20. Juli oder der „Weißen Rose“ passt diese Gruppe nicht zur Sehnsucht der Deutschen nach klaren, eindeutigen Bildern. Von den Nazis als kommunistische Spione stilisiert, wurden sie in der DDR als Helden gefeiert, während ihnen in der BRD auch nach dem Krieg der Ruf der „Vaterlandsverräter“ anhaftete.

Gegenkundgebung zur AfD-Kundgebung am Sonntag

Am morgigen Sonntag, 29. August 2021 plant die AfD eine kurzfristig anberaumte Kundgebung vor dem Pforzheimer CCP. Die Partei wirbt für die Veranstaltung unter anderem mit einem Auftritt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD Bundestagsfraktion Alice Weidel.

Auch zu dieser Veranstaltung der rechtsnationalen AfD organisiert die Initiative gegen Rechts eine Gegenkundgebung. Die AfD versucht auch in diesem Wahlkampf wieder einmal, mit rassistischen, nationalistischen und ausgrenzenden Parolen auf Stimmenfang zu gehen.

Wir Pforzheimer*innen stellen uns daher am Sonntag klar gegen die menschenverachtende und in Teilen rechtsradikale und faschistische Politik dieser Partei, unterstützen die Initiative gegen Rechts und rufen dazu auf, an der gleichzeitig stattfindenden Gegenkundgebung teilzunehmen.

Die Kundgebung findet am Sonntag um 19 Uhr auf dem Platz vor dem Stadttheater in Pforzheim statt.

Mahnwache für Afghanistan am Samstag in Pforzheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freundinnen und Freunde des Bündnisses,

wir möchten Sie recht herzlich einladen auf den Pforzheimer Marktplatz am kommenden Samstag, 21. August 2021, 12:30 bis ca. 13:00 Uhr. Wir organisieren dort als Bündnis Pforzheim nazifrei – solidarisch gegen Hass und Gewalt, eine Mahnwache für Afghanistan und möchten ein starkes Zeichen setzen.

Die schockierenden Bilder von verzweifelten Menschen, die den Flughafen von Kabul stürmten, um das Land am Hindukusch zu verlassen, gehen um die Welt. Mit der Mahnwache in Pforzheim soll die Solidarität mit den Menschen in Afghanistan und derer, die hierher geflüchtet sind, zum Ausdruck gebracht werden. Die hier Geflüchteten sind in großer Angst, um ihre Angehörigen in der Heimat. Die Sorge um die Menschen in Afghanistan ist groß, besonders um diejenigen, welche dort in den letzten zwei Jahrzehnten darum gekämpft haben, die Menschenrechte für Alle auf den Weg zu bringen. Diesen Personen droht jetzt große Gefahr, dass sie, im Blick auf ihren Einsatz, gefoltert und ermordet werden. Die Politik in unserem Land trägt nach der völligen Fehleinschätzung bezüglich der Entwicklung am Hindukusch eine besondere Verantwortung, um jetzt den bedrohten Menschen die Möglichkeit zu geben, hierher zu kommen bzw. denen die hier leben eine langfristige Perspektive zu eröffnen

Bei der Mahnwache werden symbolisch Stühle aufgestellt, um zu zeigen, es gibt Platz in unserer Stadt und unserem Land für Menschen, deren Leben bedroht ist. Bei der Mahnwache sprechen für das Bündnis Gerhard Baral, und für den Rat der Religionen, Dekanin Christiane Quincke.

Bitte geben Sie diese Einladung weiter in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis.

f.d.R.
Gerhard Baral
Sprecher Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hass und Gewalt

„Die Methode AfD“ – Live-Diskussion am Donnerstag, 10. Juni 2021

Das BÜNDNIS PFORZEIM NAZIFREI – SOLIDARISCH GEGEN HASS UND GEWALT“ lädt ein:

Wie verändert die AfD Deutschland? Was ist ihr Plan und wie können Politik und Gesellschaft darauf reagieren? Mit diesen Fragen haben sich Katja Bauer und Maria Fiedler in zahlreichen Gesprächen und jahrelanger journalistischer Arbeit intensiv beschäftigt. Sie sind die Autorinnen des kürzlich im Klett-Cotta Verlag erschienenen Sachbuchs „Die Methode AfD: Der Kampf der Rechten: Im Parlament, auf der Straße – und gegen sich selbst“.

Wir wollen in einer Online-Diskussion am 10. Juni 2021 ab 20 Uhr all diesen Fragen nachgehen und dabei auch auf Abwehrstrategien von Demokratie und Zivilgesellschaft vor Ort blicken. Das Thema könnte mit Blick auf das Superwahljahr, das Abschneiden der AfD und die Corona-Pandemie kaum aktueller sein. Wir diskutieren mit den Autorinnen Katja Bauer und Maria Fiedler, Christiane Quincke (Dekanin Evangelische Kirche Pforzheim und Sprecherin des Rats der Religionen), Katja Mast (SPD-Bundestagsabgeordnete und stellv. Fraktionsvorsitzende) sowie Rami Suliman (Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Pforzheim, Vorsitzender Israeltische Religionsgemeinschaft Baden).

Durch den Abend führen Stefanie Wally gemeinsam mit Gerhard Baral. Interessierte können die Veranstaltung am 10. Juni ab 20 Uhr live auf YouTube verfolgen und sich via Chat in die Diskussion einbringen.

Link zum Livestream: https://youtu.be/Q3xhdTqXYwQ

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Teilnahme ist kostenfrei. „Wir freuen uns auf die digitale Diskussion in Pforzheim zu unserem Buch. Unser Anliegen ist es, die Strategien und Taktiken der AfD zu analysieren – und zu zeigen, wie die Demokratie im Umgang mit der Partei dazugelernt hat“, so Katja Bauer und Maria Fiedler.

Aufruf zur Kundgebung gegen die NPD-Kundgebung

Wir protestieren auf Schärfste gegen die für den 27.2. am Pforzheimer Wallberg geplante Kundgebung der NPD. Wir unterstützen die Kundgebung gegen die NPD Kundgebung am Samstag, 27. Februar 15:00 Uhr. Der Treffpunkt ist Auf der Wanne, Zugang über die kurze Steige, Kuppenheimstraße. Die Teilnehmer*innen werden geben mit öffentlichen Verkehrsmittel anzureisen über die Linien 6 – 722 oder 6 (bis Krankenhaus Siloah, Zum Geigersgrund, Krankenhaus Siloah/Kurze Steig, Tannhoferweg)

Wir unterstützen den Aufruf zur Gegenkundgebung der Initiative gegen Rechts. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen #zusammenhalten – gegen die alten und neuen Nazis für ein friedliches Miteinander.

Auf dem Wallberg befinden sich Trümmer der am 23.2.1945 bombardierten Stadt. Er ist Mahnmal für das grausame Ende eines verheerenden Kriegs, in den nationalsozialistische, menschenverachtende Ideologie geführt hat. Der Wallberg steht aber auch für die Versöhnung zwischen ehemaligen Feinden.Am vergangenen Dienstag (23.2.) hat die Bevölkerung der Stadt Pforzheim der Opfer der Bombardierung, des Nationalsozialismus und des 2.Weltkriegs gedacht.

Indem nun ausgerechnet eine Partei, die in der Tradition des Nationalsozialismus steht, auf dem Wallberg demonstrieren will, verhöhnt sie die Opfer. Ihr revisionistisches Geschichtsverständnis sät Hass und verhindert jegliche Versöhnung, ihr nationalistischer Antisemitismus und Rassismus ist menschenverachtend und gefährdet unsere Gesellschaft.Es ist für uns inakzeptabel, dass Nazis das Grundgesetz, das sie verachten, schamlos missbrauchen und die Opfer der Bombardierung instrumentalisieren.

Wir, die Religions- und Glaubensgemeinschaften unserer Stadt und das Bündnis Pforzheim Nazifrei, stehen für Vielfalt und Verständigung, für eine Gesellschaft, in der jede*r, unabhängig von Aussehen, Glauben und sexueller Orientierung, angstfrei und selbstbestimmt leben kann.