Gerhard Baral

Klare Zeichen gemeinsam setzen gegen Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft

 Die VIELEN Baden-Württemberg
DIE VIELEN wenden sich aus aktuellem Anlass an die Öffentlichkeit: 
Wir, Die VIELEN Baden-Württemberg, nehmen die Ängste und Sorgen vor den ökonomischen Folgen der Pandemie sehr ernst. Gerade viele Kulturschaffende und Künstler*innen sind zum Teil in existentielle Not geraten. Wir sehen es dennoch als eine unserer Hauptaufgaben an, kritisch zu hinterfragen, warum die Reaktionen auf die Pandemie bereits existierende Ungleichheiten, Rassismus und diffuse Verschwörungsmythen offen legen. Diffuse Behauptungen und Rassismus dürfen keinesfalls die Antwort auf die Herausforderungen der Pandemie sein. Auch den “Normalzustand” wiederherzustellen ist nicht das Ziel, denn die Unsicherheit und die z.T. prekären Arbeitsbedingungen existierten bereits bei vielen Kulturschaffenden vor der Krise. Vielmehr müssen wir die Strukturen des Kunstbetriebs grundlegend neu verhandeln. 
Der erste Schritt hierfür ist zu lernen, mehr Perspektiven mitzudenken, eigene Privilegien anzuerkennen und die notwendigen Veränderungen gemeinsam zu gestalten und politisch einzufordern, anstatt den einen gesellschaftlichen Bereich gegen den anderen auszuspielen. Auch darf uns die Corona-Krise nicht dazu verleiten, die globalen Zustände vor dem Ausbruch der Pandemie zu vergessen: Klimakrise, Fluchtursachen, Kriegsgeschehen rund um den Globus – Deutschland ist an diesen Vorgängen in einer Form beteiligt, die nach wie vor nicht hinnehmbar ist und politisch verändert werden muss. 
Die Pandemie betrifft uns alle und jede*r Einzelne von uns muss mit persönlichen Einschränkungen umgehen. Dennoch, und das stimmt uns hoffnungsfroh, gab und gibt es hier in Baden-Württemberg viele solidarische Aktionen aus der Zivilgesellschaft heraus. Das stärkt das Zusammenleben in unserer diversen Gesellschaft. Auch wenn Corona-bedingte Ein-schränkungen aufgehoben werden und das gesellschaftliche Leben verstärkt im öffentlichen Raum stattfindet, stellt sich die Frage: Wie vieles davon hat über die Krise hinaus Bestand? Schaffen wir es, diesen Zusammenhalt zu wahren?
Wir tragen als Künstler*innen und Kulturschaffende mit unserer Reichweite eine Verantwortung. Wir suchen in unserer Arbeit ständig nach Möglichkeiten des Dialogs, den wir als unabdingbare Grundlage aller demokratischen Prozesse verstehen. Aber wir blicken mit Sorge auf die jüngsten äußerst fragwürdigen Aktionen u.a. der sogenannten Querdenker an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg, die sich angeblich für den Erhalt des Grundgesetzes einsetzen. Rechte Gruppierungen laufen auf diesen Demonstrationen selbstbewusst mit. 
Wir distanzieren uns eindeutig von demokratie- und freiheitsfeindlichen, faschistoiden und damit letztlich auch kunst- und kulturfeindlichem Gedankengut. Unser Kunstbegriff ist immer ein offener, vielstimmiger und freiheitlicher.
 
Lasst uns Zeichen gegen den Populismus setzen, lasst uns an die Solidarität appellieren, lasst uns Aufklärungsarbeit betreiben und – vielleicht am Wichtigsten – lasst uns Stellung beziehen gegen Rechts und für eine nachhaltige, gerechte und diverse Gesellschaft.
Wir, DIE VIELEN und all jene, die diesen Brief unterschrieben haben, wollen die Komplexität der aktuellen Lage anerkennen und die Herausforderungen gemeinsam angehen.
Wir stehen weiter zu den notwendigen Maßnahmen, die diese Pandemie eindämmen sollen, auch wenn es uns - wie allen Betroffenen - nicht immer leicht fällt. 
Wir erklären uns solidarisch mit allen unseren Kolleg*innen aus Kunst und Kultur und all jenen, die damit verbunden sind und somit von der Situation nicht nur finanziell sondern auch ideell betroffen sind.
Uns allen fehlte der Kontakt zueinander und zu unserem Publikum, und wir sind froh wieder sichtbar für alle spielen, singen, tanzen, ausstellen und schreiben zu können. 
Wir sind VIELE - die Kunst bleibt frei!
Glänzende Grüße
Die VIELEN Baden-Württemberg

Stadt Pforzheim zu einem „sicheren Hafen“ für geflüchtete Menschen zu klären

Die Pforzheimer Seebrücken-Gruppe fordert den Pforzheimer Gemeinderat auf, die Stadt Pforzheim zu einem „sicheren Hafen“ für geflüchtete Menschen zu erklären. Nach Gesprächen mit verschiedenen Vertreter*innen aus dem Gemeinderat soll ein entsprechender Beschlusstext in der nächsten Gemeinderatssitzung am 23. Juni 2020 zur Abstimmung vorgelegt werden. Dies Forderung wird vom BÜNDNIS PFORZHEIM NAZIFREI unterstützt.

Die Erklärung der Stadt zum „sicheren Hafen“ kann in ganz unterschiedlichen Ausprägungen erfolgen. Der wichtigste Punkt der Erklärung ist, dass die Stadt sich solidarisch mit Menschen auf der Flucht erklärt. Des Weiteren soll aktiv die Einrichtung weiterer humanitärer Aufnahmeprogramme auf Landes- und Bundesebene gefordert werden. Z.B. hat Thüringen erst in der letzten Woche ein Aufnahmeprogramm für 500 Geflüchtete beschlossen. Um geflüchteten Menschen ganz direkt zu helfen, kann die Stadt dann außerdem die Aufnahme von mehr Menschen anbieten als aktuell durch den Verteilungsschlüssel gefordert wird. Hierzu soll die Stadt prüfen, welche Aufnahmekapazitäten zur Verfügung stehen.

Die Seebrücken-Gruppe appelliert an die Gemeinderäte und alle Menschen in der Stadt, besonders während der Corona-Pandemie zu helfen und die menschliche Seite unserer Stadt zu zeigen. Die Menschen in den griechischen Lagern haben keinerlei Möglichkeiten für die nötigen Schutzmaßnahmen vor dem Virus. 

Außerdem haben wir als Europäer*innen auch die Verantwortung, uns solidarisch mit der griechischen Bevölkerung zu zeigen. Diese hat über Jahre die Geflüchteten auf den Inseln unterstützt. Die Menschen in den Lagern leben in Zelten und selbstgebauten Hütten unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Diese Situation gefährdet besonders kranke Menschen und Kinder. Den Kindern wird in den Lagern außerdem jede Zukunftshoffnung genommen, da es keine Möglichkeit zum Schul- oder Kindergartenbesuch gibt.

Die deutschlandweit aktive Initiative Seebrücke setzt sich für die Rettung und Aufnahme von Menschen ein, die auf der Flucht im Mittelmeer in Seenot geraten sind. Nach der Zuspitzung der Lage in den Flüchtlingslagern auf den ägäischen Inseln fordert die Initiative die Verantwortlichen auch hier zur Rettung und Evakuierung der Menschen auf.

Wenn Pforzheimer Bürger*innen die Ernennung der Stadt zum „sicheren Hafen“ unterstützen möchten, können sie folgende Online-Petition unterzeichnen:

https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/pforzheim-zum-sicheren-hafen-machen#petition-main

SIEBEN RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN Multireligiöse Feier aus Pforzheim

https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/pressemeldungen/swrfernsehen-mulitreligioese-feier-2020-102.html
Liveübertragung aus der Thomaskirche am Sonntag, 24. Mai 2020 von 10:15 bis 11 Uhr im SWR Fernsehen
Solidarität und Nächstenliebe stehen im Mittelpunkt einer multireligiösen Feier des Pforzheimers „Rat der Religionen“ in der Thomaskirche in Pforzheim-Nord. Anlass ist das Ende des Fastenmonats Ramadan. Das Ramadanfest gehört zu den höchsten Feiertagen für Muslime. An der multireligiösen Feier nehmen Vertreter*innen von sieben Pforzheimer Religionsgemeinschaften teil, die gemeinsam im „Rat der Religionen“ an dem interreligiösen Dialog in Pforzheim mitwirken. SWR1 Moderator Marc Weyrich („Sonntagmorgen“) eröffnet die Veranstaltung, es moderiert Mirzeta Haug, eine der Sprecher*innen des „Rat der Religionen“. Der SWR sendet live am 24. Mai 2020 von 10:15 bis 11 Uhr im SWR Fernsehen. Die Sendung ist im Anschluss auch in der ARD Mediathek unter ARDmediathek.de/gottesdienst zu sehen. Die multireligiöse Feier findet ohne Besucher*innen statt.
Glaubenstexte, Gebete, Segensgrüße
Aus dem „Rat der Religionen“ Pforzheim nehmen teil Dede Hasan Akbaba, Geistlicher („Dede“) der alevitischen Gemeinde; Imam Aftab Aslam von der Ahmadiyya-Gemeinde; Generalsekretär und Dialogbeauftragter Yavuz Cevik von der Fatih-Moschee; von der jesidischen Gemeinde Arabisch-Übersetzer Eyas Elias und Sprachlehrerin Mülkiye Kurt; Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden sowie der Jüdischen Gemeinde Pforzheim; von der katholischen Kirche Pastoralreferent Tobias Gfell; von der evangelischen Kirche Dekanin Christiane Quincke.
Musikalische Gestaltung
Neben anderen wird Kord Michaelis, Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Landeskirche in Baden, die Feier musikalisch gestalten.
Pforzheim
Die Stadt Pforzheim liegt am Nordrand des Schwarzwalds. Am 23. Februar 1945 wurde der Stadtkern durch die Alliierten fast vollständig zerstört. Die Stadt hat knapp 128.000 Einwohner*innen, Menschen aus fast 140 Nationen leben dort. Der „Rat der Religionen“ wurde im Mai 2018 gegründet.
ARD Mediathek: Die multireligiöse Feier ist nach der Ausstrahlung in der ARD Mediathek unter ARDmediathek.de/gottesdienst zu sehen

8. Mai Gedenktag – Verpflichtung für HEUTE und die ZUKUNFT

  1. Mai – Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag – ein klares Zeichen gesetzt durch die Initiative Stolperstein mit Hans Mann, Bündnis Pforzheim nazifrei mit Gerhard Baral, evangelisch Kirche mit Schuldekanin Frau Vetter, katholische Kirche mit Dekan Georg Lichtenberger,

Jüdische Gemeinde mit Rami Suliman und den Schüler*innen des Hilda- Gymnasium Pforzheim zu den Schicksalen der ehemaligen jüdischen Schüler.

Alle Ansprachen brachten es deutlich zum Ausdruck, dass der Tag der Befreiung die Grundlage für die heutige demokratische Struktur unseres Landes ist. Es wurden den über 70 Mio. Ermordeten und getöteten Menschen gedacht.

Zum Abschluss läuteten alle Kirche der Pforzheimer Innenstadt.

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800 Unterzeichnungen des Aufrufes des Bündnisses

Wir freuen uns sehr, dass nunmehr 800 Unterzeichnungen beim Aufruf des „Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hetze und Gewalt“ geleistet wurden, damit gibt es ein deutliches Zeichen in die Stadtgesellschaft hinein. Weitere Unterzeichnungen sind jederzeit möglich bei UNSER AUFRUF auf der Seite www.buendnis-pforzheim-nazifrei.de/unser-aufruf. Damit zeigen alle ihr Gesicht und betonen wir sind Solidarisch gegen Hetze und Gewalt! – Pforzheim nazifrei! – Für ein friedliches und demokratisches Pforzheim.