Gerhard Baral

„Nicht: Es muß etwas geschehen. Sondern: Ich muss etwas tun.“ ( Hans Scholl, Mitbegründer der „Weißen Rose“).

Nehmt teil an der Kundgebung in Pforzheim am kommenden

Sonntag, 20. September, 18:30 Uhr, auf dem Marktplatz

SEEBRÜCKE – schafft sichere Häfen – durch diese Kundgebung soll ein deutliches Zeichen für Humanität in der Asylpolitik gesetzt werden. Europa wurde 2012 mit dem „Friedensnobelpreis“ ausgezeichnet – dies verpflichtet, dass wir mit Menschlichkeit auf die Notsituationen an unseren Aussengrenzen – besonders im Süden und hier auf den Inseln in Griechenland – reagieren. Nach über fünf Jahren Diskussion ist es endlich an der Zeit zu handeln. KOMMT ZUR KUNDGEBUNG !

Interkulturelle Woche 2020 Pforzheim

Seit 1975 findet die interkulturelle Woche bundesweit statt.
Veranstaltungen in Pforzheim vom 20. September bis 3. Oktober 2020

Wir freuen uns, dass viele in Pforzheim auch in diesem Jahr Veranstaltungen zur interkulturellen Woche ermöglichen. Die letzten Monate waren für uns alle geprägt von sozialer Distanz, Abstand und Verzicht. Viele persönliche Begegnungen konnten nicht stattfinden, Austausch und Dialog wurde vielfach auf neuen Wegen begangen. Auch die Gestaltung der Interkulturellen Woche wird in diesem Jahr anders sein als sonst. Wo wir in den vergangenen Jahren mit allen gemeinsam gefeiert haben, werden wir in diesem Jahr verschiedene Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten für kleinere Gruppen anbieten. Wir wollen Begegnungen schaffen, Austausch ermöglichen und miteinander diskutieren, dazu laden wir Sie herzlich ein!

Für die unterschiedlichen Veranstaltungsformate/Veranstalter sind unterschiedliche Regelungen der Corona-Verordnung Baden-Württemberg maßgeblich. Ausreichend Abstand zu anderen Menschen halten, wo dies nicht möglich ist Mund-Nase- Bedeckung tragen und die allgemeinen Hygieneregeln, wie regelmäßiges Hände waschen und bei Erkältungssymptomen keine Veranstaltungen zu besuchen gelten auch für die Veranstaltungen der interkulturellen Woche. Die jeweils geltenden Regelungen können Sie beim Veranstalter erfragen/werden vor Ort bekannt gegeben.

Sollten auf Grund veränderter Verordnungen oder erhöhter Infektionszahlen in Pforzheim einzelne Veranstaltungen abgesagt werden müssen, wird dies so früh wie möglich auf der Webseite www.evkirche-pf.de/interkulturellewoche bekannt gegeben.

Kommen Sie vorbei und entdecken die kulturelle Vielfalt in Pforzheim:

„HASS. MACHT. GEWALT.“

„HASS. MACHT. GEWALT.“ Ex-Nazi und Rotlicht-Rocker Philip Schlaffer packt aus – Mi. 23. September 2020, 19-21 h, VHS Pforzheim-Enzkreis, Raum 002 Pforzheim
Anfang der neunziger Jahre in der norddeutschen Provinz: Philip Schlaffer, geboren 1978, fühlt sich nirgendwo zugehörig, findet weder zu Hause noch in der Schule Halt. Die gewalttätige Neonazi-Szene gibt ihm das Gefühl, endlich irgendwo dazuzugehören – der Beginn einer schnellen Radikalisierung im Zeichen von Ausländerhass, Nationalismus und blinder Verehrung des „Dritten Reichs“. Später gründet Schlaffer die rechtsradikale „Kameradschaft Werwölfe Wismar“ und vertreibt Rechtsrock im Internet. Alkohol, Gewalt gegen „Fremde“ und Auseinandersetzungen mit der Polizei prägen seinen Alltag. Ein grausamer Mord, der in seinem Umfeld passiert, verfolgt ihn für lange Zeit.
Schlaffers kriminelle Karriere geht in Wismar weiter, wo er Anführer des berüchtigten Rockerclubs „Schwarze Schar Wismar“ wird, der Drogenhandel und Wohnungsprostitution betreibt. Immer wieder steht er vor Gericht, immer wieder versucht der Verfassungsschutz, ihn als V-Mann anzuwerben. Schließlich wird der Fahndungsdruck zu groß, und Schlaffer schafft im Gefängnis den Ausstieg aus Kriminalität und Extremismus. Fortan beschließt er, sein altes Leben hinter sich zu lassen und sich aktiv gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen.
In einem Impuls erzählt Philip Schlaffer anhand seines Buchs „Hass. Macht. Gewalt.“ aufrichtig und erschütternd seine Lebensgeschichte – ein hochaktueller Insider-Bericht aus der rechten Szene, der nichts entschuldigt, sondern aufklären und warnen will.
Im Gespräch mit Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL spricht er über die Gefahren, die von rechtspopulistischen und rechtsradikalen Ansichten ausgehen, die sich immer weiter in der Gesellschaft verbreiten, und darüber, was man dem entgegensetzen kann, um die liberale und freiheitliche Demokratie zu schützen.
Philip Schlaffer Foto: www.pressreader.com

Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Die Teilnahmebedingungen finden Sie unter freiheit.org/teilnahmebedingungen
Jetzt anmelden unter shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/nermq 

Die Veranstaltung wird unterstützt vom BÜNDNIS PFORZHEIM NAZIFREI und der VHS PFORZHEIM ENZKREIS

„INTERNATIONALER PFORZHEIMER FRIEDENSPREIS“ VORSCHLAG DES BÜNDNIS AUFGENOMMEN

Pressemitteilung

Donnerstag, 6. August 2020

Ben Salomo erhält Auszeichnung

Erstmals Verleihung des „Internationalen Pforzheimer Friedenspreises“

(stp). In diesem Jahr wird erstmals der „Internationale Pforzheimer Friedenspreis“ verliehen. Preisträger ist der Musiker Ben Salomo aus Berlin, der für seinen vorbildlichen Einsatz für Zivilcourage und Friedensarbeit geehrt wird. Bei der Auswahl des Preisträgers ist der Pforzheimer Gemeinderat einem Vorschlag der Jury des „Internationalen Pforzheimer Friedenspreises“ gefolgt und hat gleichzeitig beschlossen, die Auszeichnung in einem fünfjährigen Rhythmus zu vergeben. Die Idee, einen „Internationalen Pforzheimer Friedenspreis“ ins Leben zu rufen, hat das „Bündnis Pforzheim nazifrei“ anlässlich des 75. Jahrestags der Zerstörung Pforzheim am 23. Februar entwickelt.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, einen würdigen Preisträger zu ernennen“, sagt Oberbürgermeister Peter Boch. Mit der Jury des „Internationalen Pforzheimer Friedenspreises“ sei er sich einig, dass dieser Preis „ein sichtbares Zeichen setzt, welches 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges in der Tradition des Humanisten Johannes Reuchlin steht und damit Weltoffenheit und Toleranz würdigt“. Sein Dank gelte daher der Jury, aber auch allen in ihr vertretenen Institutionen sowie dem Gemeinderat für ihr Engagement. „Wir haben in einem intensiven Verfahren aus 15 Vorschlägen den Preisträger ausgewählt“, sagen die Mitglieder der Jury. Dabei war ihr besonders wichtig, „dass der Friedenspreis nachhaltig und wegweisend für die Zukunft ist. Er soll weit über Pforzheim hinaus strahlen und den internationalen Zusammenhang unserer Stadt sichtbar machen.“ 

Mit dem Preis werden Persönlichkeiten oder Organisationen ausgezeichnet, die sich dafür eingesetzt haben, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen oder nach gewalttätigen Auseinandersetzungen einen Beitrag zur Aussöhnung unter den beteiligten Parteien geleistet zu haben. Ausgezeichnet werden können auch wissenschaftliche Arbeiten zur Förderung des friedlichen Zusammenlebens oder vorbildliche Projekte, in unterschiedlichen Formen; preiswürdig sind auch Einzelbeiträge zur Förderung des friedlichen Miteinanders von Menschen. 

Die Vergabeempfehlung 2020 wurde durch eine Fachjury ausgewählt, die sich aus Persönlichkeiten der Pforzheimer Bürgerschaft zusammensetzte: Als Vertretung des Rates der Religionen Pforzheim Hasan Akbaba;  als Vertretung der Jüdischen Gemeinde Pforzheim Rami Suliman, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Baden; als Vertretung des Bündnisses „Pforzheim nazifrei“ Bündnissprecher Gerhard Baral; als Vertretung des Pforzheimer Kulturrates e.V. Christine Müh; als Vertretung der Pforzheimer Bildungseinrichtungen Edith Drescher, Rektorin des Hilda-Gymnasiums Pforzheim und Geschäftsführende Schulleiterin der Pforzheimer Gymnasien; als Vertretung der Pforzheimer Persönlichkeiten Dekan i. R. Hans-Martin Schäfer; als Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer DGB- Landesvorsitzender Martin Kunzmann; als Vertretung der Pforzheimer Unternehmer, Mark Stephen Pace, stellvertretender Präsident der IHK Nordschwarzwald und Geschäftsführer des Dentalunternehmens Dentaurum GmbH & Co. KG. 

Der Preis wird in Form eines von Studentinnen der Fakultät für Gestaltung, unter Leitung von Prof. Christine Lüdeke, gestalteten Preis übergeben. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro. Finanziert wurden der Sachpreis und das Preisgeld durch Spenden aus der Bürgerschaft.

Verliehen wird der Preis um den 9. November, der von Historikern als deutscher Schicksalstag bezeichnet wird. An diesem Datum fanden 1938 die Novemberpogrome des NS- Regime gegen die deutschen Juden statt, es ist aber auch der Tag des Mauerfalls im Jahr 1989. Die Verleihung ist  für Samstag, 7. November 2020, um 17 Uhr geplant.

Der Preisträger: Ben Salomo, bürgerlich Jonathan Kalmanovich

www.bensalomo.de

Jonathan Kalmanovich wurde 1977 in der israelischen Stadt Rechovot geboren. Im Alter von vier Jahren siedelte er gemeinsam mit seinen Eltern in das damalige West-Berlin um. Hier hielt er Kontakt zur Jüdischen Gemeinde und wuchs zugleich unter arabischen und türkischen Migranten auf. 1997 begann er Hip-Hop-Musik zu machen. Er baute in Berlin die größte Battle-Rap-Bühne Deutschlands auf, deren Veranstaltungsformat „Rap am Mittwoch“ acht Jahre lang auf Youtube übertragen wurde und überaus erfolgreich war. Aber im Mai 2018 gab er das Musikformat wegen der starken antisemitischen Tendenzen in der Deutschrap-Szene auf. Er engagiert sich seither gegen Antisemitismus in der Gesellschaft und gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung. In Workshops will er mit Jugendlichen und Erwachsenen Wege finden, „um eigenen Gefühlen Sprache zu geben, Konflikte zu überwinden […] und die richtigen Worte zu finden.“ (http://www.bensalomo.de/workshops.html) 

Bei der bundesweiten Kampagne #ClapForCrap der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit spricht er vor Schülerinnen und Schülern, um sie für die rassistische und gewaltverherrlichende Sprache in der Musikszene, aber auch den Alltagsrassismus in der übrigen Gesellschaft zu sensibilisieren Er beleuchtet dazu die historischen Hintergrunde des Antisemitismus und seine aktuellen Erscheinungsformen. 

Für sein Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus wurde ihm 2018 das Robert-Goldmann-Stipendium verliehen. 2019 erschien seine Autobiografie „Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens“. 

Aus der Begründung der Jury

Die deutsche Hip-Hop-Szene fiel und fällt immer wieder durch gewaltverherrlichende, homophobe und frauenverachtende Aussagen auf. Einer breiten Öffentlichkeit wurde dies bei der Verleihung des „Echo 2018“ bewusst. Jonathan Kalmanovich hat seine berufliche Sicherheit als Szene-Musiker mit eigenem Sendeformat aufgegeben, um mit einem klaren Bekenntnis zum Judentum seinen Beitrag zu einer offenen, freien und friedlichen Gesellschaft zu leisten. 

Im November 2019 besuchte er im Rahmen von #ClapForCrap das Hilda-Gymnasium Pforzheim und sprach vor rund 400 Schülerinnen und Schülern über seine persönlichen Erfahrungen mit Judenhass, Stereotypen und Verschwörungstheorien und formulierte eindringlich seine Warnung vor dem neuen Antisemitismus. „Wenn Israelhass, Sozialneid und antisemitische Ressentiments Hochzeit feiern, ist das Ergebnis verheerend.“ In sehr authentischer Weise beschrieb er seine Vorstellungen von einer friedlichen und vielfältigen Gesellschaft. Wie gut Jonathan Kalmanovich die Lebenswelt und die Sprache der Jugendlichen kennt, zeigte sich sehr deutlich an deren Reaktionen während und nach der Veranstaltung. Er hatte einen unmittelbaren Zugang zu ihnen gefunden und große Nachdenklichkeit sowie wichtige Diskussionen ausgelöst. 

Öffentliche Personen wie er sind von großer Bedeutung für die jungen Menschen in unserer Gesellschaft, die sich nicht selten an den falschen Vorbildern orientieren. In seinem Song „Identität“ rappt er: „Reimt ein Jude von der Straße / Jahrzehnte nach dem Holocaust in deutscher Sprache. Ganz gleich, wie viele Leute starben, / wenn Menschen Traume haben, können sie auf verbrannter Erde Bäume pflanzen.“ 

Jonathan Kalmanovich kann als vorbildhaft für Zivilcourage und Friedensarbeit gesehen werden und ist daher in den Augen der Jury ein besonders würdiger Träger eines Internationalen Pforzheimer Friedenspreises. 

Klare Zeichen gemeinsam setzen gegen Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft

 Die VIELEN Baden-Württemberg
DIE VIELEN wenden sich aus aktuellem Anlass an die Öffentlichkeit: 
Wir, Die VIELEN Baden-Württemberg, nehmen die Ängste und Sorgen vor den ökonomischen Folgen der Pandemie sehr ernst. Gerade viele Kulturschaffende und Künstler*innen sind zum Teil in existentielle Not geraten. Wir sehen es dennoch als eine unserer Hauptaufgaben an, kritisch zu hinterfragen, warum die Reaktionen auf die Pandemie bereits existierende Ungleichheiten, Rassismus und diffuse Verschwörungsmythen offen legen. Diffuse Behauptungen und Rassismus dürfen keinesfalls die Antwort auf die Herausforderungen der Pandemie sein. Auch den “Normalzustand” wiederherzustellen ist nicht das Ziel, denn die Unsicherheit und die z.T. prekären Arbeitsbedingungen existierten bereits bei vielen Kulturschaffenden vor der Krise. Vielmehr müssen wir die Strukturen des Kunstbetriebs grundlegend neu verhandeln. 
Der erste Schritt hierfür ist zu lernen, mehr Perspektiven mitzudenken, eigene Privilegien anzuerkennen und die notwendigen Veränderungen gemeinsam zu gestalten und politisch einzufordern, anstatt den einen gesellschaftlichen Bereich gegen den anderen auszuspielen. Auch darf uns die Corona-Krise nicht dazu verleiten, die globalen Zustände vor dem Ausbruch der Pandemie zu vergessen: Klimakrise, Fluchtursachen, Kriegsgeschehen rund um den Globus – Deutschland ist an diesen Vorgängen in einer Form beteiligt, die nach wie vor nicht hinnehmbar ist und politisch verändert werden muss. 
Die Pandemie betrifft uns alle und jede*r Einzelne von uns muss mit persönlichen Einschränkungen umgehen. Dennoch, und das stimmt uns hoffnungsfroh, gab und gibt es hier in Baden-Württemberg viele solidarische Aktionen aus der Zivilgesellschaft heraus. Das stärkt das Zusammenleben in unserer diversen Gesellschaft. Auch wenn Corona-bedingte Ein-schränkungen aufgehoben werden und das gesellschaftliche Leben verstärkt im öffentlichen Raum stattfindet, stellt sich die Frage: Wie vieles davon hat über die Krise hinaus Bestand? Schaffen wir es, diesen Zusammenhalt zu wahren?
Wir tragen als Künstler*innen und Kulturschaffende mit unserer Reichweite eine Verantwortung. Wir suchen in unserer Arbeit ständig nach Möglichkeiten des Dialogs, den wir als unabdingbare Grundlage aller demokratischen Prozesse verstehen. Aber wir blicken mit Sorge auf die jüngsten äußerst fragwürdigen Aktionen u.a. der sogenannten Querdenker an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg, die sich angeblich für den Erhalt des Grundgesetzes einsetzen. Rechte Gruppierungen laufen auf diesen Demonstrationen selbstbewusst mit. 
Wir distanzieren uns eindeutig von demokratie- und freiheitsfeindlichen, faschistoiden und damit letztlich auch kunst- und kulturfeindlichem Gedankengut. Unser Kunstbegriff ist immer ein offener, vielstimmiger und freiheitlicher.
 
Lasst uns Zeichen gegen den Populismus setzen, lasst uns an die Solidarität appellieren, lasst uns Aufklärungsarbeit betreiben und – vielleicht am Wichtigsten – lasst uns Stellung beziehen gegen Rechts und für eine nachhaltige, gerechte und diverse Gesellschaft.
Wir, DIE VIELEN und all jene, die diesen Brief unterschrieben haben, wollen die Komplexität der aktuellen Lage anerkennen und die Herausforderungen gemeinsam angehen.
Wir stehen weiter zu den notwendigen Maßnahmen, die diese Pandemie eindämmen sollen, auch wenn es uns - wie allen Betroffenen - nicht immer leicht fällt. 
Wir erklären uns solidarisch mit allen unseren Kolleg*innen aus Kunst und Kultur und all jenen, die damit verbunden sind und somit von der Situation nicht nur finanziell sondern auch ideell betroffen sind.
Uns allen fehlte der Kontakt zueinander und zu unserem Publikum, und wir sind froh wieder sichtbar für alle spielen, singen, tanzen, ausstellen und schreiben zu können. 
Wir sind VIELE - die Kunst bleibt frei!
Glänzende Grüße
Die VIELEN Baden-Württemberg

Stadt Pforzheim zu einem „sicheren Hafen“ für geflüchtete Menschen zu klären

Die Pforzheimer Seebrücken-Gruppe fordert den Pforzheimer Gemeinderat auf, die Stadt Pforzheim zu einem „sicheren Hafen“ für geflüchtete Menschen zu erklären. Nach Gesprächen mit verschiedenen Vertreter*innen aus dem Gemeinderat soll ein entsprechender Beschlusstext in der nächsten Gemeinderatssitzung am 23. Juni 2020 zur Abstimmung vorgelegt werden. Dies Forderung wird vom BÜNDNIS PFORZHEIM NAZIFREI unterstützt.

Die Erklärung der Stadt zum „sicheren Hafen“ kann in ganz unterschiedlichen Ausprägungen erfolgen. Der wichtigste Punkt der Erklärung ist, dass die Stadt sich solidarisch mit Menschen auf der Flucht erklärt. Des Weiteren soll aktiv die Einrichtung weiterer humanitärer Aufnahmeprogramme auf Landes- und Bundesebene gefordert werden. Z.B. hat Thüringen erst in der letzten Woche ein Aufnahmeprogramm für 500 Geflüchtete beschlossen. Um geflüchteten Menschen ganz direkt zu helfen, kann die Stadt dann außerdem die Aufnahme von mehr Menschen anbieten als aktuell durch den Verteilungsschlüssel gefordert wird. Hierzu soll die Stadt prüfen, welche Aufnahmekapazitäten zur Verfügung stehen.

Die Seebrücken-Gruppe appelliert an die Gemeinderäte und alle Menschen in der Stadt, besonders während der Corona-Pandemie zu helfen und die menschliche Seite unserer Stadt zu zeigen. Die Menschen in den griechischen Lagern haben keinerlei Möglichkeiten für die nötigen Schutzmaßnahmen vor dem Virus. 

Außerdem haben wir als Europäer*innen auch die Verantwortung, uns solidarisch mit der griechischen Bevölkerung zu zeigen. Diese hat über Jahre die Geflüchteten auf den Inseln unterstützt. Die Menschen in den Lagern leben in Zelten und selbstgebauten Hütten unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Diese Situation gefährdet besonders kranke Menschen und Kinder. Den Kindern wird in den Lagern außerdem jede Zukunftshoffnung genommen, da es keine Möglichkeit zum Schul- oder Kindergartenbesuch gibt.

Die deutschlandweit aktive Initiative Seebrücke setzt sich für die Rettung und Aufnahme von Menschen ein, die auf der Flucht im Mittelmeer in Seenot geraten sind. Nach der Zuspitzung der Lage in den Flüchtlingslagern auf den ägäischen Inseln fordert die Initiative die Verantwortlichen auch hier zur Rettung und Evakuierung der Menschen auf.

Wenn Pforzheimer Bürger*innen die Ernennung der Stadt zum „sicheren Hafen“ unterstützen möchten, können sie folgende Online-Petition unterzeichnen:

https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/pforzheim-zum-sicheren-hafen-machen#petition-main